Warum diese Initiative – ein Rückblick

Als sich 1984 die Zürcher Filmschaffenden aufmachten, etwas zu verändern, und den Verein Zürich für den Film gründeten, war das Filmemachen in erster Linie ein selbstausbeuterisches Hobby, das immense Leidenschaft und Leidensfähigkeit voraussetzte. An den ersten Filmkursen an den Kunstgewerbeschulen und ab 1966 an den Solothurner Filmtagen hatten sich Talente einer neuer Generation von Filmschaffenden gezeigt. Das lebendige Schweizer Cinéma Copain blieb aber eine marginale Angelegenheit – vor allem im Vergleich mit dem blühenden Filmschaffen vieler Nachbarländer.

Aber auch hierzulande, insbesondere in Zürich, begann sich das Filmemachen in den 1979er Jahren zu professionalisieren. Strukturen wurden geschaffen; Filmverleiher und das Publikum interessierten sich vermehrt für einheimische Filme. Das Bundesamt für Kultur unterstützte bereits seit 1963 Dokumentarfilme und ab 1970 auch Spielfilme, allerdings mit minimalen Mitteln. Erste Erfolgsfilme aus Zürich – allen voran «Die Schweizermacher» von Rolf Lyssy (1978) – sorgten für Schlangen vor den Kinos und beeinflussten zunehmend auch gesellschaftspolitische Debatten.

1986 lud der Verein Zürich für den Film Politikerinnen und Politiker zur Premiere von Xavier Kollers «Der schwarze Tanner» und erwähnte die 8000 Franken, welche die Stadt lediglich zur Filmproduktion beitragen konnte. (Die zahlreichen Gäste waren beschämt.)

Als dann 1987 das Präsidialdepartement der Stadt Zürich erstmals ein offizielles Förderbudget mit 500 000 Franken pro Jahr bereitstellte, wurde der Traum vom Filmemachen als vollwertigem Beruf ein Stück weit realistischer.

Es dauerte jedoch viele weitere Jahre, bis 2004 eine in der Stadt Zürich lancierte Volksinitiative den eigentlichen Startschuss für ein professionelles Film- und Medienschaffen in Stadt und Kanton Zürich gab. Urheber dieser Initiative war erneut der Branchenverein Zürich für den Film. Die 2005 gegründete Zürcher Filmstiftung schüttet seither pro Jahr rund 10 Mio. Franken aus und ist nach dem Bundesamt für Kultur die potenteste Filmförderung in der Schweiz. Stadt und Kanton Zürich bestärkten in den letzten zehn Jahren ihre Position als wichtigsten Medienstandort der Schweiz. Die Geschichte zeigt, dass Filme ohne Leidenschaft und Inspiration nicht zustande kommen und sich die Film- und Medienschaffenden die materiellen Grundlagen ihres kapitalaufwendigen Metiers – Professionalität und Kontinuität – immer wieder erkämpfen mussten. Dies wird auch in Zukunft so bleiben.

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